Autor: Nina

Der Tag, an dem sie den Regen feierten

Eigentlich mag ich gutes Wetter. Wenn man raus gehen kann, ohne nass zu werden. In der Sonne sitzen, am Strand tanzen, im Meer planschen. Aber wenn im Sommer Waldbrände wüten und dicker Rauch in der Luft hängt, dann wünsche ich mir Regen. Viel Regen. Und nach fast eineinhalb Monaten trockener Hitze ist sie dann da, die Erlösung: Ein Blitz zuckt über den strahlend blauen Himmel, zehn Minuten später ist es dunkel. Es kracht als Donner über Berge und Felder rollt, der Regen spült Schlamm und Dreck die Straßen entlang. Die ganze Nacht lang erhellen Blitze den Himmel, lässt mich der Donner ehrfürchtig aus meinem Fenster blicken: Wenn der Regen kommt, kommt er mit aller Gewalt. Am nächsten Morgen ist alles vorbei, was bleibt, sind Tropfen auf Blättern und klare, kühle Luft. Und für zwei Stunden am Morgen sieht es aus und fühlt es sich an als wäre es Herbst. Mitten im Sommer. Die Leute auf den Straßen lachen und feiern, sie feiern, dass sie dieses mal vom Waldbrand verschont blieben, dass der Regen rechtzeitig kam. Sie feiern das …

Saal Digital: Mein erstes Fotobuch

Ich mag es, Fotos in der Hand zu halten und sie im Großformat an die Wand zu hängen. Am allerliebsten mag ich Fotobücher. Man kann sie verschenken oder ins eigene Regal stellen, immer wieder darin blättern und in Erinnerungen schwelgen.Irgendwann würde ich gerne meinen eigenen Bildband veröffentlichen, bis dahin bleibe ich bei Fotobüchern. In Zusammenarbeit mit Saal Digital ist jetzt ein Fotobuch meiner Sri Lanka-Reise entstanden. Und es ist super geworden! Da ich bisher kaum dazu kam, alle Eindrücke und Erlebnisse in Worte zu fassen, habe ich mich erst einmal auf die Fotos konzentriert. Saal Digital bietet hochwertige Fotoprodukte, die nicht nur schnell hergestellt und verschickt werden, sondern auch ohne Herstellerlogo. Man kann verschiedene Einbände und Formate wählen, matte oder glänzende Seiten. Aber das Beste ist die Panorama-Bindung: Das Fotobuch liegt flach auf und man kann Fotos problemlos über Doppelseiten platzieren! Und ich liebe es, Fotos über Doppelseiten zu platzieren. Gerade bei Landschaften sieht das so viel schöner aus, wenn man mehr Platz zur Verfügung hat. Die Qualität der Fotobücher ist super und die Software unkompliziert, sodass man …

Dhofar, Oman: Ein Überblick

In den letzten 6 Monaten war ich in 7 Ländern auf 4 Kontinenten. Das Land, das mich am meisten beeindruckte: Der Oman. Ich war nur drei Wochen dort, was für mich eigentlich nie genug Zeit ist. Das Problem ist, dass es viel zu viel zu entdecken gibt. Da ich das erste Mal mit einer Gruppe unterwegs war, konnte ich nicht machen, was ich wollte, wann ich wollte, oder wie ich wollte. Spaß hatte ich trotzdem, und gelernt habe ich mehr als in einem Jahr Geschichtsunterricht in der Schule. Schon als ich auf dem Weg nach Sri Lanka das erste Mal auf den Oman blicke, schlägt mein Herz höher: Von oben sieht es aus wie ein riesiges umgemachtes Bett. Hügel, Berge, alles verbindet sich zu einem einzigen sandigen Etwas mit ein bisschen Grün dazwischen. Und jeden Tag in Sri Lanka habe ich an daran gedacht und mich riesig gefreut, endlich das Land zu sehen, von dem ich schon so viel gehört hatte. Steve war einer der ersten Hosts, bei denen ich über workaway gelandet bin. Und …

Dhofar, Oman: Eine Reise in die Vergangenheit (1)

Es ist einer dieser Momente, in denen die Welt still zu stehen scheint, in denen es ganz leise wird. Ich schaue über einen Abhang auf Berge, von denen ich gar nicht wusste, dass sie hier so groß sein würden. Als ich zwei Stunden zuvor in den großen Geländewagen stieg, hatte ich keine Ahnung, was mich im Oman erwartete. In den folgenden drei Wochen fand ich vor allem eines: Überraschungen. Das erste Mal bin ich mit einer Gruppe unterwegs. Es sind alles Briten, die im Dhofar-Krieg stationiert waren, und ihre Frauen. Für einige ist es die erste Rückkehr nach 50 Jahren, andere kommen regelmäßig in den Oman. Nur für mich ist es das erste Mal überhaupt, und vielleicht stehe ich deshalb als einzige am Rand der Klippe und schaue mit offenem Mund über die riesige Masse an Felsen, Sand und Trockenheit. In der Ferne kann ich gerade noch die Straße erkennen, die wir die letzten Stunden entlang gefahren sind, ohne dass mir bewusst war, wie hoch und wie weit wir schon gekommen waren. Begleitet werden wir von zwei Soldaten, …

Sri Lanka: Was vom Paradies noch übrig ist (2)

Am Fenster ziehen dicke Hügel aus saftigem Grün vorbei, so weit das Auge reicht, sehe ich Teeplantagen. In allen Schattierungen leuchtet das Grün, hoch und runter, immer das Gleiche und doch anders. Die Strecke von Ella nach Kandy ist eine der schönsten Zugstrecken überhaupt. Auch nach Stunden wird es nicht langweilig, aus dem Fenster zu sehen. Immer wieder tauchen Verkäufer mit frittierten Irgendwas-Bällchen auf, ab und zu ziehen Straßen vorbei, Menschen winken. Unterwegs kommen wir an ein paar Bahnübergängen vorbei, an denen Anwohner die Schranke selbst öffnen und schließen müssen -mit den Händen, denn eigentlich ist es keine Schranke, sondern nur ein alter Holzpfahl. Ich steige in Haputale aus, es regnet den ganzen Tag. Am nächsten Morgen stehe ich um halb 5 auf, klettere in ein TukTuk und mache mich auf den Weg zu Lipton’s Seat. Am Anfang fliegt das TukTuk nur so dahin, schwerelos und elfengleich. Je weiter wir den Berg erklimmen, desto schwerfälliger wird das TukTuk. Es knattert und ächzt, zwischendrin knallt es. Plötzlich hält der Fahrer an, weil der Tank leer ist, also laufe ich die letzten …