Alle Artikel in: Cabo Verde

Wanderung auf Brava

Cabo Verde: Bravas schönste Bucht

Es ist schon dunkel, als wir die Fähre in Brava verlassen. Alle nacheinander, über eine aus altem Holz gebastelte Brücke, die knarrt und ächzt und unter den vielen Menschen beachtlich schwankt. Am Ende der wackelnden Holzbrücke steht Joe. Er nimmt meine Hand und ruft: „Ihr zarten Europäer!“ -man sieht mir wohl an, dass ich mein Abendessen nur mit Mühe und Not in mir behalten konnte. Vom Hafen aus führt eine schmale Straße in engen Kurven den Berg hoch. Im Scheinwerferlicht sehe ich Hunde, die am Straßenrand oder auf Mauern schlafen. Je höher wir kommen, umso windiger wird es. Wir tauchen ein in dicken Nebel, lassen ihn hinter uns um wenige Minuten später durch eine Wolke hindurch zu fahren. Wir sind oben angekommen: Vila Nova Sintra, die Inselhauptstadt Bravas, thront über (fast) allem. Noch 20 Minuten fahren wir, jetzt wieder bergab, und ich bin froh, dass es dunkel ist. Immer wieder rutscht das Auto auf losem Geröll, rollt in jeder Kurve zu nah an den Abhang, der sich erst zeigt, wenn es schon fast zu spät ist. Straßenbeleuchtung …

Cabo Verde: Strandliebe auf Fogo

Ich laufe auf das blaue Tor zu, unter meinen Füßen knirscht der Sand. Im Garten wachsen Blumen, die in allen Farben blühen und Schmetterlinge anlocken, bunte Vögel sitzen in den Bäumen und beobachten mich. Als ich durch das Tor gehe, ist es als hätte ich eine andere Welt betreten. Es ist nicht mehr bunt, sondern angenehm trist. Schwarzer Sandstrand, der sich über mehrere Kilometer erstreckt, weit und breit ist kein Mensch zu sehen. Die Sonnenstrahlen spiegeln sich in rauschenden Wellen und egal, wohin ich sehe, meine Augen blicken ins Extrem: Tiefschwarz oder blendend hell. Es sind nur zwei Kilometer, die mein kleines Paradies von São Filipe, der Hauptstadt Fogos, trennen. Jeden Tag laufe ich am Strand entlang, bin immer wieder aufs Neue überrascht, was man an einsamen Stränden alles sieht und erlebt. Luna, Robertos Hund, folgt mir auf Schritt und Tritt. Wir buddeln Löcher in den Sand, werfen Stöckchen und laufen in die Wellen. Wer zuerst einen Rückzieher macht, verliert. Wir finden Krabben, wundern uns über leuchtend bunte Quallen, die nachts an den Strand gespült wurden …

Cabo Verde: Brief an den Atlantik

Lieber Atlantik, Weißt du eigentlich, dass du Freiheit für mich bist? Das liegt schon daran, wie du riechst: salzig, frisch und voller Abenteuer. Du bist wild und sanft, manchmal angsteinflößend, manchmal zahm. Du bist temperamentvoll, schäumend und voller Geheimnisse. Jetzt bin ich hier, bei dir, laufe am Strand entlang und freue mich, wenn das Wasser meine Füße erreicht. Es ist ganz sanft und kühl, als wärest du heute besonders vorsichtig. Doch wenn ich ein Stück auf dich zukomme, dir näher sein will, dann lässt du eine Welle heran donnern, die so stark ist, dass es mich fast von den Füßen reißt. Der Sand unter mir verschwindet wie von Zauberhand, die Kälte lässt meinen Atem stocken und für einen kurzen Moment stelle ich mir vor wie das ist, von dir verschlungen zu werden. In Portugal habe ich mich in deine Fluten gestürzt, wollte endlich surfen lernen und eins sein mit dir, aber du wolltest nicht. Stattdessen hast du mich grün und blau geschlagen und an den Strand gespült. Auf Lanzarote habe ich dich von den Klippen …