Oman, Reisen
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Dhofar, Oman: Ein Überblick

In den letzten 6 Monaten war ich in 7 Ländern auf 4 Kontinenten. Das Land, das mich am meisten beeindruckte: Der Oman. Ich war nur drei Wochen dort, was für mich eigentlich nie genug Zeit ist. Das Problem ist, dass es viel zu viel zu entdecken gibt. Da ich das erste Mal mit einer Gruppe unterwegs war, konnte ich nicht machen, was ich wollte, wann ich wollte, oder wie ich wollte. Spaß hatte ich trotzdem, und gelernt habe ich mehr als in einem Jahr Geschichtsunterricht in der Schule.

Schon als ich auf dem Weg nach Sri Lanka das erste Mal auf den Oman blicke, schlägt mein Herz höher: Von oben sieht es aus wie ein riesiges umgemachtes Bett. Hügel, Berge, alles verbindet sich zu einem einzigen sandigen Etwas mit ein bisschen Grün dazwischen. Und jeden Tag in Sri Lanka habe ich an daran gedacht und mich riesig gefreut, endlich das Land zu sehen, von dem ich schon so viel gehört hatte.

Steve war einer der ersten Hosts, bei denen ich über workaway gelandet bin. Und Steve war als Soldat im Dhofar-Krieg stationiert, kennt den Sultan und ist geschieden. Als klar war, dass er zum Besuch der SAF Association (Sultan’s Armed Forces Association) in den Oman fliegt und seine Tochter nicht mitkommen kann, da sie gerade nach Neuseeland ausgewandert ist, habe ich gefragt, ob ich mitkommen kann. Und ich liebe sie, diese einmaligen Chancen im Leben, die man bekommt, weil man einfach Glück hat.

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Übersicht und Reiseroute

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In Salalah wurden wir im Hilton Salalah Resort untergebracht, wo wir den Tagungsraum reserviert hatten und uns zu einer Einführung in die Geschichte des Oman einfanden. Viele Infos, viele Fotos, viele Geschichten aus alten Tagen. Von Salalah aus haben wir jeden Tag Ausflüge unternommen, manchmal den ganzen Tag, manchmal nur den halben. Auf der Karte sind die wichtigsten Orte und die, die ich am beeindruckendsten fand, markiert.

 

Wir waren in: Dhalkut, Sarfayt, Jibjat, Medinat al Haq, Rakhyut, Taqa, Mughsayl, Wadi Darbat und Mirbat. Zudem an vielen Orten, die für den Dhofar-Krieg von Bedeutung waren: Höhlen, Versorgungsrouten und Militärstützpunkte. Außerdem in Maskat, Nizwa, auf dem Jebel Akhdar und in vielen kleinen Orten dazwischen.

Die beste Reisezeit

…ist nicht im Mai. Es war furchtbar heiß, um die 40 Grad sind es in Dhofar, in Maskat ist es noch wärmer. Am allerschönsten ist es wohl Ende Juli, habe ich mir sagen lassen. Der Khareef (Monsun) sorgt für viel Regen, angenehme Temperaturen und wahnsinnig viele Touristen. Die reichen Saudis kommen nach Dhofar, ebenso wie Omanis und jeder, der es sich leisten kann. Hotelzimmer kosten dann gerne dreimal so viel, deswegen werde ich das wohl nie mit eigenen Augen sehen.

Ansonsten sind Dezember und Januar angenehme Monate, auch ohne Khareef. Jetzt könnt ihr euch auch denken, wo ich im Januar hoffentlich sein werde.

Allgemeine Infos

Ja, der Oman ist ein muslimisches Land. Man sollte Schultern und Knie bedeckt halten, Kopftücher sind keine Pflicht! Man sieht sogar relativ viele Frauen ohne. Wer Moscheen besuchen möchte, braucht als Frau weite, lange Hosen, die die Knöchel bedecken, lange Ärmel, kein tiefer Ausschnitt, keine hautengen Klamotten. Und dann muss auch das Kopftuch her, aber: Mir hat es sogar ein bisschen Spaß gemacht, zumindest für zwei Minuten, Danach war es einfach nur noch heiß und ungewohnt und ich war froh, dass ich es wieder abnehmen konnte.

Bei Fragen einfach das Hotelpersonal fragen, die geben gerne Tipps und binden einem auch die Tücher um. Ganz traditionell, moderner, wie man mag. Und am Ende weiß man dann auch mit Sicherheit, dass man vor der Moschee nicht wegen unsittlicher Kleidung abgewiesen wird.

Alleine reisen ist im Oman kein Problem. Die Menschen waren so freundlich und hilfsbereit, immer rücksichtsvoll und mit einem Lächeln auf den Lippen unterwegs. Viele sprechen Englisch, die älteren unterhalten sich auch mit Händen und Füßen. Mich haben viele angesprochen und nach einem Foto gefragt, oder haben mir Tee gekocht und Datteln angeboten.

Der Oman ist ein sehr liberales Land, man sieht auch mal Pärchen, die sich küssen oder Händchen halten, und man kann auch als Frau alleine durch die engen Gassen des Souq laufen, ohne Angst zu haben.

 

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Dhofar -Omans grüner Süden

Dhofar ist die vermutlich spannendste Region. Neben der Möglichkeit, 2 Wochen faul am Strand zu liegen und in der Sonne zu brutzeln (mehr dazu bei Martin von Picturetravelling), gibt es archäologische Ausgrabungsstätten, Museen und den Palast zu sehen. Sultan Quaboos bin Said al Said wurde hier geboren, und hier stürzte er seinen Vater, der den Fortschritt fürchtete und verhinderte. Unterstützt wurde er dabei von den Briten, einige von ihnen waren zuvor mit Sultan Quaboos in Sandhurst ausgebildet worden.

In Salalah selbst habe ich nicht viel Zeit verbracht. Den ersten Besuch auf dem Souq hätte ich mir sparen können, es gibt nämlich zwei verschiedene und ich bin natürlich beim Falschen gelandet. Also, unbedingt sagen, dass ihr zu dem für Frauen bzw. Männer wollt, dann passt das. War trotzdem ein schöner Nachmittag, weil ich mit vielen Leuten geredet habe, ein bisschen Arabisch gelernt und Geschenke gekauft habe. Wenn man außerhalb des Hotels essen möchte, und das möchte man jeden Tag, wenn man als Student im Oman ist, spart man jede Menge Geld, bekommt gutes Essen und trifft noch mehr Leute. In manchen Restaurants essen Frauen getrennt von Männern, da kann man aber einfach vorher fragen und dann im Notfall woanders hingehen.

Mietwagen sollten immer SUVs sein, denn es gibt Strecken, die man ohne SUV nicht fahren darf/kann/soll, und sie sind auch nützlich, wenn man die geteerten Straßen verlässt. Außerdem macht es einfach riesigen Spaß.

Dhalkut und Sarfayt liegen im äußersten Südwesten des Oman, von Sarfayt aus kann man über die Grenze hinweg in den Jemen schauen -sehr beeindruckend, ein bisschen einschüchternd und irgendwie auch verdammt cool, weil ich nie damit gerechnet habe, mal den Jemen zu sehen… Das es ein Militärstützpunkt ist, kommt man ohne Militäreskorte und Genehmigung aber nicht hin.

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Der Khareef legt sich über das Land wie ein Zauberschleier. Er kommt plötzlich, verschwindet plötzlich, schwebt lautlos über uns hinweg, verschlingt alles, was im Weg ist. 

 

Mughsayl liegt ein klein wenig westlich von Salalah, ist damit einfach zu erreichen und vor allem für die Blowholes bekannt: Bei Wellengang gelangt das Wasser in den Felsen und schießt dann in einer Fontäne aus dem Boden heraus. Die Aussicht ist super und es gibt Picknicktische, allerdings trifft man da auch relativ viele Menschen.

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In Mirbat kann man eine der vielen Festungen besuchen. Es ist eine sehr hübsche Stadt, mit prachtvollen Häusern. In der Altstadt kann man die langsam verfallenden Häuser sehen, in denen mittlerweile niemand mehr wohnt.

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Rakhyut war vermutlich eine der beeindruckendsten Orte. Direkt am Meer, nur eine Straße zwischen Strand und den zerfallenen Häusern -und in den Ruinen finden Ziegen Schatten und begrüßen Besucher lautstark. Das Problem mit den alten Häusern an der Küste ist, dass sie dem Salzwasser nicht standhalten können. Früher wurden sie alle paar Jahre ausgebessert und renoviert, mittlerweile baut man neue, stabilere Häuser. Der Strand ist weiß und menschenleer, also perfekt für einen ruhigen Nachmittag. Es gibt allerdings keinen Sonnenschutz, keine Pommesbuden oder ähnliches. Hinkommen könnt ihr, weil ihr ja den SUV gemietet habt, über die Nationalstraße 47 bis nach Seefeer, dort links abbiegen und den Schildern folgen: Eine grandiose Strecke, teilweise richtig steil und kurvenreich, ab und zu asphaltiert, meistens aber nicht, und mit Aussicht!

Für alle, die nicht so auf Abenteuer stehen: Die Nationalstraße 47 entlang bis nach Difa, dort auf die 45 abbiegen und dann sind es ca. 20km bis nach Rakhyut.

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Außerdem war ich an so vielen Orten, an die ich mich ohne Hilfe nicht einmal erinnern kann. Komplizierte Namen, viele Orte, die Hitze, … Wenn ich alle Fotos durchgesehen und sortiert habe, mache ich vermutlich noch einen Beitrag über die vergessenen Orte. Wunderschön und vergessen. Darum hier ein paar Fotos, wahllos zusammengewürfelt. Im Endeffekt geht es nämlich vor allem um eines: Dhofar ist wirklich richtig wunderschön. Und ich will zurück.

Dhofar_Collage_01_smallWeil so ein SUV im Oman echt Spaß macht. Und weil manchmal einfach ein (altes) Bett am Strand steht.

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Und dann sind da die Kamele, von denen es in Dhofar jede Menge gibt. Abstand halten, nicht füttern, nicht anfassen. Sie sind putzig und meistens nett, können aber auch ganz anders! Wenn Kamele am Straßenrand auftauchen: Langsam fahren. Die gehören wem, auch wenn das nicht immer so aussieht. Und: Keins mitnehmen! Auch wenn es euch schwer fällt. Mir fiel es schwer.

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Dieser Beitrag ist Teil der XXL-Runde von Stadt, Land, Fluss. Gestartet hat sie Sabine von Ferngeweht und es sind einige sehr interessante Beiträge zusammen gekommen!  
Kategorie: Oman, Reisen

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Verliebt in die Welt, das Reisen und mein neues Zuhause in Spanien. Ich leide unter chronischem Fernweh, also reise ich, soviel ich kann, und wann immer ich kann. Hier berichte ich über meine Abenteuer, Entdeckungen und Erfahrungen.

4 Kommentare

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  2. Marieke sagt

    Ein riesiges umgemachtes Bett. Ich liebe diesen Satz, und die Fotos auch! Allerdings ist der Oman ein ziemlich teures Land, darum muss ich wohl erst eine Weile sparen, bis ich mir das leisten kann…

  3. Maja sagt

    Sehr informativ, sehr cool, und man, ich bin neidisch. So viele Kontinente in so wenigen Monaten? Das nenne ich mal schönes Leben… Die Fotos sind toll und der Oman steht jetzt definitiv auch auf meiner Bucket List!

  4. Hanna sagt

    Sehr informativ und hilfreich, vielen Dank! Ich bin gerade mitten drin in der Reisevorbereitung und lese jedes bisschen Text, dass ich finden kann über den Oman. Ich fahre zum Glück nicht alleine, finde es aber beruhigend, dass ich könnte, wenn ich wollte!

    Außerdem drücke ich dir die Daumen, dass das im Januar klappt! Wir fliegen im März, nicht ganz optimal, aber besser als nichts. Wir fliegen übrigens nur dorthin, weil du mir richtig Omanweh gemacht hast.
    :)

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