Kanada, Reisen

Gros Morne Nationalpark: Es ist zu schön, um wahr zu sein (Teil 1)

“Küss ihn! Du musst ihn küssen!”, ruft mir der alte Fischer zu. Und was mich dazu bringt, es wirklich zu tun, ist das Versprechen auf ein besseres Leben. Denn:

“Drink a Screech and kiss a fish on The Rock, and you’ll be a Newfie!”

Und wer wäre denn nicht gerne ein Newfie? Da ich mir den Screech eh schon hinter die Binde gekippt habe, halte ich den Fisch vor mein Gesicht, hauche ihm einen flüchtigen Kuss auf den Rücken und werfe ihn wieder ins Wasser. Denn wer mich zum Newfie macht, wird bestimmt nicht gegrillt -nicht heute und nicht hier.

Ich bin in Neufundland, von seinen Einwohnern liebevoll The Rock genannt. Am Himmel hängen dicke Wolken,Wind peitscht mir ins Gesicht und pfeift in meinen Ohren. Ich bin verliebt in diesen Teil Kanadas, der so viel rauher, unberührter und schöner ist als gedacht. Im Westen Neufundlands führt eine Straße in Richtung Norden. Die meisten Touristen, die mit der Fähre aus Nova Scotia übersetzen, fahren Richtung Osten. Einige fahren nach Norden, bis nach Stephenville, viele auch bis zum Gros Morne Nationalpark, einem der schönsten Parks in Kanada.

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Gros Morne, der große, alleinstehende Berg, gibt dem Nationalpark seinen Namen. 1987 wurde der Park von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt und hat diesen Titel auch verdient. Die Long Range Mountains, in denen der Park liegt, sind ein Ausläufer der Appalachen und beeindrucken mit unzähligen Fjorden, Seen, Gebirgstälern und Buchten. Geologisch ist Gros Morne ein wahrer Schatz –Western Brook Pond, Tablelands, Green Gardens, man kommt aus dem Staunen gar nicht mehr heraus.

Auch Bonne Bay ist eine dieser Buchten. Umgeben von rosafarbenen Quarzit-Bergspitzen und Kalksteinklippen, mit kleinen Fischerbooten und Walen, die im Wasser planschen. Der Lookout Trail, ein Wanderweg, führt mich einen Berg hinauf zu einer Aussichtsplattform. Obwohl es nur 5km sind, ist es dank der Steigung ziemlich anstrengend und ich bin froh, endlich oben angekommen zu sein. Ich lasse den Blick schweifen: Bonne Bay direkt vor mir, zu Füßen des Berges, links Weite und Grün und rechts erstrecken sich die Tablelands.

 

BonneBay_ninaumdiewelt

BonneBay4_ninaumdieweltIch versinke in der Schönheit, die mich umgibt, sauge jedes Detail ein. In der Bucht tauchen Wale auf, der Wind wiegt das Gras und die Luft ist frisch und klar.

Träume ich vielleicht?…

Weiter zu Teil 2: Tablelands, Trout River und ein Elch

 

 

Kategorie: Kanada, Reisen

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Verliebt in die Welt, das Reisen und mein neues Zuhause in Spanien. Ich leide unter chronischem Fernweh, also reise ich, soviel ich kann, und wann immer ich kann. Hier berichte ich über meine Abenteuer, Entdeckungen und Erfahrungen.

8 Kommentare

  1. Wow! Es sieht wahnsinnig toll aus. Obwohl ich weiß, das Bilder sowas meinst gar nicht so wiedergebe können, wie es wirklich ist. Daher mag ich gar nicht daran denken, wie toll es in Wirklichkeit dort ist.
    Dein Schreibstil ist dazu auch sehr, sehr schön :)

    Liebe Grüße nach Kanada,
    Célina

    http://elvestidonegro.de

  2. Maja sagt

    Tolle Fotos! Den Fisch hätte ich trotzdem nicht geküsst…

  3. Pingback: Wahre Freundschaft kennt keine Distanz

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