Alle Artikel in: Reisen

Fotos und Erinnerungen: B.C. und Alberta während der Waldbrände

Manchmal kommt es vor, dass ich meine Fotos sortiere. Nicht sehr oft, aber wenn, dann finde ich den Tiefen der Festplatten kleine Schätze: Fotos, die in Vergessenheit geraten sind. Fotos, die mir letztes Jahr gar nicht gefallen wollten, mich jetzt aber in Erinnerungen schwelgen lassen. Erinnerungen, die schon verblasst waren. Kleinigkeiten, die gar nicht so klein sind. British Columbia steht in Flammen Als ich im Sommer 2015 nach Kanada flog, zerstörten Feuer große Teile des Waldes. In British Columbia allein waren es bis Juli schon 2800 Quadratkilometer. In Alberta wurde die Maligne Lake Road im Jasper Nationalpark gesperrt. Der Rauch hing schwer über Bergen, Seen, Häusern und Dörfern, zehntausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Die Gesundheitsbehörde Vancouvers warnte vor Gefahren durch die Luftverschmutzung in Whistler. Die Anwohner sollten in ihren Häusern bleiben, Touristen sollten Whistler meiden. In der berühmten Cariboo Region brannten ganze Dörfer nieder und während eines Flug über die Vancouver Islands zeichneten sich am Horizont Flammen und Rauchschwaden ab. Und trotzdem ist Kanada eines der schönsten Länder, die ich bisher gesehen habe. Ich kann mir nicht vorstellen …

Porto: Ein Wochenende in der schönsten Stadt

Porto ist wunderschön, das kann man einfach nicht oft genug sagen. Ich finde, ich habe riesiges Glück, ständig dort sein zu können, durch die Gassen zu wandern und über das Meer von Dächern bis zum richtigen Meer zu schauen. Es funkelt und leuchtet, ich liebe es. An diesem Wochenende leuchtet alles noch mehr, denn so ist das im Leben, wenn man die richtigen Menschen um sich hat. Wenn man abends durch die Straßen streunt, einen Plastikbecher Bier in der Hand, sich durch die Menschenmassen auf den Straßen schlängelt, fremde Leute anquatscht, vor Bars und Kneipen sitzt, über den Sinn des Lebens philosophiert und bis frühmorgens um die Häuser zieht. Und dann läuft man kilometerweit und stundenlang bis zum Meer, um dann lauthals zu lachen, wenn wieder jemandem schmerzhaft bewusst wird, dass der Atlantik vor allem eines ist: verdammt kalt. Nachts dann ein Spaziergang zur anderen Seite des Flusses, nach Vila Nova de Gaia. Man hat die schönste Sicht auf Porto, im Douro spiegeln sich die Lichter der Stadt. Es ist ruhiger, aber nicht menschenleer. Es ist …

Wahre Freundschaft kennt keine Distanz –eine Liebeserklärung

Ihr kennt doch bestimmt alle diese Bilder-Weisheiten bei Facebook, die furchtbar oft auftauchen, meistens totalen Unsinn verbreiten, aber manchmal auch die Wahrheit. Die hier sind alle wahr, und darum sind sie heute hier. Die kann man ruhig mal verbreiten. Wenn ich reise, bin ich gerne alleine unterwegs. Dann kann ich machen, was ich möchte, muss keine Rücksicht auf die Interessen Anderer nehmen und kann mir Zeit lassen. Aber ich freue mich riesig über jede Minute mit meinen Lieblingsmenschen, ganz besonders dann, wenn sie mit auf Reisen gehen. Dabei macht es keinen Unterschied, ob wir den Atlantik überqueren, einen Städtetrip in Europa machen oder einfach in den nächsten Tierpark fahren.       Zeit ist wertvoll und damit ein verdammt gutes Geschenk für all jene, die uns wichtig sind. Nicht nur, weil wir uns dann endlich wieder den ganzen Nachmittag in ein Café setzen und Kuchen essen können, sondern weil es uns die Möglichkeit gibt, einfach mal Danke zu sagen. Wer wünscht sich nicht manchmal, alle Termine abzusagen, dem Alltag zu entfliehen und aufs Meer zu …

Der Tag, an dem sie den Regen feierten

Eigentlich mag ich gutes Wetter. Wenn man raus gehen kann, ohne nass zu werden. In der Sonne sitzen, am Strand tanzen, im Meer planschen. Aber wenn im Sommer Waldbrände wüten und dicker Rauch in der Luft hängt, dann wünsche ich mir Regen. Viel Regen. Und nach fast eineinhalb Monaten trockener Hitze ist sie dann da, die Erlösung: Ein Blitz zuckt über den strahlend blauen Himmel, zehn Minuten später ist es dunkel. Es kracht als Donner über Berge und Felder rollt, der Regen spült Schlamm und Dreck die Straßen entlang. Die ganze Nacht lang erhellen Blitze den Himmel, lässt mich der Donner ehrfürchtig aus meinem Fenster blicken: Wenn der Regen kommt, kommt er mit aller Gewalt. Am nächsten Morgen ist alles vorbei, was bleibt, sind Tropfen auf Blättern und klare, kühle Luft. Und für zwei Stunden am Morgen sieht es aus und fühlt es sich an als wäre es Herbst. Mitten im Sommer. Die Leute auf den Straßen lachen und feiern, sie feiern, dass sie dieses mal vom Waldbrand verschont blieben, dass der Regen rechtzeitig kam. Sie feiern das …