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Dhofar, Oman: Ein Überblick

In den letzten 6 Monaten war ich in 7 Ländern auf 4 Kontinenten. Das Land, das mich am meisten beeindruckte: Der Oman. Ich war nur drei Wochen dort, was für mich eigentlich nie genug Zeit ist. Das Problem ist, dass es viel zu viel zu entdecken gibt. Da ich das erste Mal mit einer Gruppe unterwegs war, konnte ich nicht machen, was ich wollte, wann ich wollte, oder wie ich wollte. Spaß hatte ich trotzdem, und gelernt habe ich mehr als in einem Jahr Geschichtsunterricht in der Schule. Schon als ich auf dem Weg nach Sri Lanka das erste Mal auf den Oman blicke, schlägt mein Herz höher: Von oben sieht es aus wie ein riesiges umgemachtes Bett. Hügel, Berge, alles verbindet sich zu einem einzigen sandigen Etwas mit ein bisschen Grün dazwischen. Und jeden Tag in Sri Lanka habe ich an daran gedacht und mich riesig gefreut, endlich das Land zu sehen, von dem ich schon so viel gehört hatte. Steve war einer der ersten Hosts, bei denen ich über workaway gelandet bin. Und …

Dhofar, Oman: Eine Reise in die Vergangenheit (1)

Es ist einer dieser Momente, in denen die Welt still zu stehen scheint, in denen es ganz leise wird. Ich schaue über einen Abhang auf Berge, von denen ich gar nicht wusste, dass sie hier so groß sein würden. Als ich zwei Stunden zuvor in den großen Geländewagen stieg, hatte ich keine Ahnung, was mich im Oman erwartete. In den folgenden drei Wochen fand ich vor allem eines: Überraschungen. Das erste Mal bin ich mit einer Gruppe unterwegs. Es sind alles Briten, die im Dhofar-Krieg stationiert waren, und ihre Frauen. Für einige ist es die erste Rückkehr nach 50 Jahren, andere kommen regelmäßig in den Oman. Nur für mich ist es das erste Mal überhaupt, und vielleicht stehe ich deshalb als einzige am Rand der Klippe und schaue mit offenem Mund über die riesige Masse an Felsen, Sand und Trockenheit. In der Ferne kann ich gerade noch die Straße erkennen, die wir die letzten Stunden entlang gefahren sind, ohne dass mir bewusst war, wie hoch und wie weit wir schon gekommen waren. Begleitet werden wir von zwei Soldaten, …

Sri Lanka: Was vom Paradies noch übrig ist (2)

Am Fenster ziehen dicke Hügel aus saftigem Grün vorbei, so weit das Auge reicht, sehe ich Teeplantagen. In allen Schattierungen leuchtet das Grün, hoch und runter, immer das Gleiche und doch anders. Die Strecke von Ella nach Kandy ist eine der schönsten Zugstrecken überhaupt. Auch nach Stunden wird es nicht langweilig, aus dem Fenster zu sehen. Immer wieder tauchen Verkäufer mit frittierten Irgendwas-Bällchen auf, ab und zu ziehen Straßen vorbei, Menschen winken. Unterwegs kommen wir an ein paar Bahnübergängen vorbei, an denen Anwohner die Schranke selbst öffnen und schließen müssen -mit den Händen, denn eigentlich ist es keine Schranke, sondern nur ein alter Holzpfahl. Ich steige in Haputale aus, es regnet den ganzen Tag. Am nächsten Morgen stehe ich um halb 5 auf, klettere in ein TukTuk und mache mich auf den Weg zu Lipton’s Seat. Am Anfang fliegt das TukTuk nur so dahin, schwerelos und elfengleich. Je weiter wir den Berg erklimmen, desto schwerfälliger wird das TukTuk. Es knattert und ächzt, zwischendrin knallt es. Plötzlich hält der Fahrer an, weil der Tank leer ist, also laufe ich die letzten …

Sri Lanka: Was vom Paradies noch übrig ist (1)

Es ist oft so, dass man denkt, ein Land sei wunderschön, und meistens ist es das auch, aber wenn Menschen in der Gleichung auftauchen, dann wird aus wunderschön auch schnell mal furchtbar. So ist das in Sri Lanka auch. Da sind Menschen, die ihren Müll achtlos dort hinschmeißen, wo sie gerade gehen und stehen; Menschen, die statt Toiletten lieber den Strand aufsuchen; Menschen, die Elefanten in Ketten legen, und die Menschen, die sich dann von den in Ketten gelegten Elefanten durch die Gegend tragen lassen. Aber da sind natürlich auch noch andere Menschen: Die alte Frau, die mit Muscheln nach denen wirft, die sich am Strand nicht benehmen können. Der Restaurantbesitzer, der seine Kunden mit riesigen Schildern darauf hinweist, dass Straßenhunde willkommen sind –und wem das nicht passt, der solle bitte woanders essen. Die Frau, die Touristen um Spenden bittet, damit sie Reis und Hundefutter kaufen kann, um Straßenhunde zu füttern. Und da ist Sampath, der eine Woche lang jeden Tag mit mir zum Strand läuft, Geschichten erzählt und mir das Gefühl gibt, dass wir uns schon …

Little Adam’s Peak: “Vorbereitung ist das A und O!”

Der Weg nach oben zum Little Adam’s Peak ist ein Traum. Wir laufen vorbei an kleinen Holzbuden, in denen man Obst und Zigaretten kaufen kann, nur das Nötigste für unterwegs. Alte Frauen stehen am Wegesrand, an ihre Besen gelehnt und winkend. Kinder spielen Fußball, werfen Wasserbomben, lachen laut. Immer höher windet sich der Pfad, zwischen Teeplantagen durch, vorbei an Kühen, Straßenhunden und Touristen, die alle zwei Meter Blumen fotografieren. Sie tragen dicke Wanderstiefel und beige Klamotten, so wie man sich Rentner eben vorstellt, die im Urlaub Berge hochkraxeln. Sie stapfen im Gleichschritt den Berg hoch, machen Fotos von Blumen und haben ein Lunch-Paket dabei. „Vorbereitung ist das A und O“, sagt Klaus, und er muss es wissen, schließlich bringt er seine Liesbeth schon seit fast 40 Jahren an die entlegensten Orte der Welt. Ich laufe barfuß, habe aber für den Fall der Fälle ein paar Turnschuhe dabei -und meine Kamera. Vielleicht bin ich einfach zu optimistisch und habe die Länge des Spaziergangs (sorry: der Wanderung) unterschätzt, vielleicht bin ich einfach unorganisiert und unvorbereitet. Trotzdem stehe …